Ralf: Sag mal Sandra, wie und wo haben wir uns denn eigentlich kennengelernt? War es in Köln beim Brückenlauf?

Sandra: Ja richtig; war das in 2014 oder 2015? Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, erinnere mich aber noch gut daran, dass es sehr heiß war und wir beide mehr damit beschäftigt waren Wasser in uns hineinzuschütten, als miteinander zu reden! Kurz darauf haben wir uns dann bei einem PR-Event in München wiedergesehen und dort bis spät in die Nacht gequatscht. Das war sehr nett und wir verabschiedeten uns mit den Worten „Lass uns mal was zusammen machen.“ Nun ist es so weit, lieber Ralf. Ich freue mich drüber. Und übrigens: Es kommt mir vor als würden wir uns schon seit Ewigkeiten kennen.

Ralf: Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Sandra: Puuhhh, so unglaubwürdig das jetzt auch klingen mag: Eigentlich habe ich schon immer geschrieben!

Bevor ich in der Schule das handschriftliche Schreiben erlernte malte ich Schlangenlinien in A5-Hefte und „verkaufte“ diese dann als Geschichten. Wenn mich jemand fragte was dort stünde trug ich überzeugend und voller Dramaturgie eine Abenteuergeschichte vor.

Genaugenommen schrieb ich also schon, bevor ich überhaupt schreiben konnte. 🙂

In der zweiten Klasse füllte ich bereits A4 Schulhefte mit eigenen, “richtigen” Geschichten und wenn ich nach meinem Berufswunsch gefragt wurde antwortete ich ohne zu zögern “Schriftstellerin”. Das war dann die Stelle an der immer alle lachten. Ich verstehe bis heute nicht warum.

So verstrichen die Schuljahre. Und ich fühlte mich zunehmend in dem teilweise –Entschuldigung- doch sehr engstirnigen Deutschunterricht kumulativ unverstanden. So schwor ich meiner Liebe zur Literatur –zumindest kurzzeitig- ab und versank stattdessen im pubertären Weltschmerz.

Das besagte Gefühl von Unverständnis gepaart mit einem in die Wiege gelegten, ausgeprägten Entdeckergeist führten letztendlich dazu, dass ich für ein Auslandsjahr an einer amerikanischen High-School bewarb…und tatsächlich genommen wurde.

Sandra während Ihres Auslandsjahres – eine ganz eigene Geschichte (wie ihr seht ;))

Kaum im Land der unbegrenzten Möglichkeiten angekommen schien sich plötzlich alles zu fügen. So entdeckte ich während meines Auslandsaufenthaltes das Schreiben für mich vollkommen neu. Es war plötzlich nichts mehr was belächelt, sondern durchaus ernst genommen wurde. Das hat mir die Freude daran zurückgebracht und Mut gemacht für meine Leidenschaft einzustehen.

Ja, und seither schreibe ich. That’s the story behind it.

*Anmerkung: als ich 4 Jahre später nochmal in meine High-School zurückkehrte, hing meine Interpretation von Marry Shellys Frankenstein immer noch in der Hall of Fame des Literature Clubs aus 🙂

Ralf: Und warum gerade ein Blog? Hm, da haben wir ja etwas angefangen. Was wollen wir denn jetzt anders machen, als die anderen Blogger? Mehr Witze erzählen?

Sandra: Richtig, nun ein Blog. Lange habe ich mich förmlich dagegen gewehrt, weil ich fand, bzw. finde, dass der “Blog” als solches nicht unbedingt ein sprachliches Qualitätsmerkmal ist. Davon wollte ich mich ursprünglich distanzieren. Aber warum distanzieren, wenn man es auch einfach nur “anders” machen kann. Genau das ist unser Stichwort Ralf, oder?!

Wir beide lieben das Leben, das Schreiben und den Sport. Und genau das wollen wir Teilen und in die Welt hinausschreien. Es ist nicht so, dass wir bei null anfangen und nun auf Zwang versuchen hier irgendwem irgendwas zu präsentieren. Nein, wir wollen (auf)schreiben, was uns durch den Kopf geht und brauchen dafür eine Plattform. Tataaaaa; hier ist er: Hasumsi – writers runway.

Mit ganz viel Witz, Lebensfreude, sowie ehrlichen Texten und auch dem ein oder anderen tiefgründigen Gedanken.

Ralf: Was magst du denn am Schreiben?

Sandra: Long Story short: Bei dieser Frage möchte ich auf einen meiner Lieblingsautoren Benedict Wells verweisen.

“Es gab Dinge, die ich nicht sagen, sondern nur schreiben konnte. Denn wenn ich redete, dann dachte ich, und wenn ich schrieb, dann fühlte ich.”

Im Gegensatz zu den meisten Frauen fällt es mir ziemlich schwer über das was ich fühle zu reden. Umso besser klappt dafür das “drüber schreiben”. Da kommen die Emotionen doppelt und dreifach geballt 🙂

Ralf: Welche Bedeutung hat Sport in deinem Leben? 

Sandra: Mmh, schwierige Frage. Sport gehört dazu. Das war schon immer so und wird wohl auch immer so sein. Die Intensität variiert natürlich; mal mehr und mal weniger, aber: so ganz ohne kann ich es mir überhaupt nicht vorstellen. Das würde auf lange Sicht sicher zu Unzufriedenheit führen.

Sandra in 2004 beim Finale der Ohio-State-Championships. (Die Aufgabe hat Sie verschlagen)

Als Kind habe ich viele Jahre Judo trainiert und davon profitiere ich heute noch. Auf körperlicher sowie geistiger Ebene: Kampfsport in jungen Jahren macht stark, das kann ich wirklich jedem empfehlen.

Außerdem habe ich viele Jahre Volleyball gespielt.

 Ralf: Wie würdest du deine Liebe zum Laufen beschreiben?

Sandra: Heiß und Innig 😉 Ja, auch wenn der Laufsport und ich uns noch gar nicht so lange kennen, so haben wir doch schon viel miteinander erlebt. Am Anfang war es eine reine Zweckbeziehung, aber das schlug doch sehr schnell um. Laufen “gab mir was”. Es war und ist bis heute immer genau die Richtige Mischung aus Ruhe, Herausforderung und Selbstbestätigung. Wahrscheinlich ist t Laufen für mich deswegen auch so etwas Emotionales. Haha, ja sogar so emotional, dass ich richtig zickig werden kann, wenn jemand immer nur abgeklärt über das Laufen und Training redet.

Der Laufsport hat mir viel ermöglicht. Auf privater, beruflicher und menschlicher Schiene. Dafür bin ich unendlich dankbar!