Sandra: Hey Ralf! Zuerst muss ich Dir sagen wie sehr ich mich freue, dass wir dieses gemeinsame Projekt hier angehen. Du bist nämlich unglaublich vielschichtig. Erzähl mir doch noch einmal die groben Stationen: Student, Musiker, Autor, Chefredakteur und, und, und 

Ralf: Beim Lesen der Frage musste ich zunächst einmal schmunzeln. Du hast recht, da ist ganz schön viel Bewegung in meinem beruflichen Leben gewesen. Ich wäre, rein beruflich gesehen, niemals die Empfehlung für eine solide Familienplanung gewesen, haha … 

Aber ja, es hat sich so entwickelt würde ich sagen. Ich muss ein wenig ausholen und versuche mich dennoch kurz zu fassen. Ich habe nach dem Zivildienst zunächst Lehramt Sport und Deutsch in Köln studiert. Während dieser Zeit habe ich sehr viele Dinge ausprobiert, z.B. im Bereich Theaterpädagogik, habe dort Fortbildungen gegeben, usw. Sport war zu dem Zeitpunkt ebenfalls ein großes Thema für mich. Vieles hat mich begeistert: Laufen, Fußball, Basketball …

Was mir jedoch die ganze Zeit immer durch den Kopf ging, war die Musik und wie es wäre als Musiker zu leben. Mit 26 habe ich dann an einem Casting teilgenommen. Eine Crossover-Kapelle mit dem Namen All Wayz Ultra hatte damals ein Video in Rotation auf MTV und Viva laufen und genau diese Junx suchten einen Sänger. Ich bin dann zu diesem Vorsingen und scheinbar hat es gereicht. Die nächsten 6 Jahre waren ein Leben, wie ich es mir gewünscht habe. Proben, Stücke schreiben, Konzerte spielen, durch das Land reisen. Das wir damit kaum Kohle verdienten und ich mich teilweise nur von Erdnüssen ernährt habe, hat mich kaum gestört. Die Musik war’s. Meine finanzielle Lage aufgebessert habe ich durch einen Job bei einer Versicherung. Morgens Call-Center, ab nachmittags bis nachts im Proberaum, am Wochenende Konzerte …  

Oh je, es ist jetzt schon viel zu lang …. aber was soll’s, weiter geht’s. Ist ja unser Blog und wir entscheiden u.a. über die Länge der Texte, cool … 

Jedenfalls war der Traum von einem Leben als Popstar irgendwann ausgeträumt und das war auch völlig okay so. Ich habe es ausprobiert, das war die Hauptsache – ich würde den Weg heute genauso wieder einschlagen. Mein Motto von damals hat bis heute Gültigkeit: “Machen, nicht nur quatschen!” 

In der Folge bin ich als Projektleiter beim TV gelandet, habe da auch wieder mit Musik zu tun gehabt. Wir haben Bands, wie: Xavier Naidoo, Söhne Mannheims, Scorpions, Sasha und viele mehr, bei ihren Touren begleitet und aufgenommen. Ich bin also viel rumgekommen, sogar bis nach Syrien und in den Libanon. Ebenfalls eine Mega-Erfahrung. Von alledem, was ich diesen Jahren erleben durfte, profitiere ich bis heute …   

Sandra: Wann hast Du begonnen selbst zu schreiben und wie kam es dazu bzw. wie hat sich das Schreiben zum eigentlichen Beruf entwickelt? 

Ralf: Die eben angesprochene Firma ist dann leider, sagen wir es so, in Schieflage geraten. Ich musste mir was Neues suchen. Der Sprung in die Selbständigkeit war die Lösung und ich habe mit einem Kumpel eine PDF-Nachrichtenzeitung für Hotels gestartet – “news to go”. Zeitgleich habe ich bei aktivLaufen eine Vertretungsstelle angefangen und mich in der Folge mehr und mehr dem Schreiben und auch dem Laufen verschrieben. Schöne Wortkombination, haha … das war vor knapp sieben Jahren. 

Herausgekommen sind dabei mittlerweile unter anderem: zwei Bücher über das Laufen, plus mein Job als Chefredakteur bei aktivLaufen und dem Fachmagazin “Leichtathletik”. Zudem kamen und kommen auch immer wieder Anfragen für Schreibprojekte. Wenn das meine Deutschlehrerin vom Gymnasium lesen würde, dann würde die wohl aus dem Staunen nicht rauskommen, haha …  

Es bleibt spannend, toll. Insgesamt würde ich sagen, das Schreiben ist zu mir gekommen. 

Sandra: Wow, danke für den Einblick. Du bist schon echt ‘n interessanter Typ. Und offensichtlich eher der “Kreative”. Welches Buch und welche Band haben Dich denn bislang am meisten beeinflusst? 

Ralf: Hm, okay, wenn du das sagst. Selber danke. Ich glaube wir beide haben da einige Lebens-Parallelen, die wir ab sofort in unserem Blog abarbeiten können. 🙂 Hoffen wir, dass es den Leuten gefällt, was wir uns da so ausgedacht haben und zukünftig ausdenken werden. 

Aber zu deinen Fragen. Welches Buch? Hm, mir fiel sofort “Die Entdeckung des Himmels” von Harry Mulisch ein. Dieser Mann hat eine ganz schöne Wortgewalt und Vielschichtigkeit in seiner Schreibe … 

Und bei den Bands? Ich würde eher sagen, der Grunge als Musikrichtung. Ich werde nie den Moment vergessen, als ich das erste Mal “Smells Like Teen Spirit” von Nirvana gehört habe. Was ein Song und was eine Energie dahinter. Wow! So muss das in den Siebzigern auf die Leute gewirkt haben, als sie das erste Mal John Bonham von Led Zeppelin an den Drums hören durften und Jimmy Page seine Gitarrenriffs abgefeuert hat. 

Sandra: Und nun, als Krönung, unser gemeinsamer Blog 😉 Wie bereichern wir unsere Leser? 

Ralf: Das wird jetzt alles toppen, logisch. 🙂 

Ganz ehrlich hoffe ich, dass wir es schaffen unsere Leser zu interessieren, sie zu informieren, ihnen etwas zum Schmunzeln mit auf den Weg zu geben, sie im besten Fall zu inspirieren. Wir haben das Motto “Hasumsi- WritersRunway” ja gewählt, weil wir das Abenteuer Leben möglichst facettenreich abbilden wollen. “WritersRunway” als ein reisender Laufweg, betrachtet mit offenen Augen und gepflastert mit aufgesogenen Erlebnissen und Lebensereignissen. Und die Leser können sich darauf freuen Hasumsi kennenzulernen, vor allem zu erfahren, wer oder was Hasumsi eigentlich ist, haha … 

 Sandra: Wie schaltest Du am besten ab und sammelst neue Ideen? 

Ralf: Ich liebe es in der Natur unterwegs zu sein, ob mit den Kids oder alleine. Dabei kommen einem die besten Ideen. Lange Läufe am Wochenende sind auch eine gute Sache, um abzuschalten, Ideen zu sammeln. Man kann sich dabei in eine regelrechte Mediation hineinlaufen. Überhaupt bin ich eher der Genuss- als der Wettkampfläufer. Und ganz ehrlich, es gibt doch noch so viele andere geile Sporarten. Die Abwechslung macht’s, das Laufen ist aber die Nummer 1. 

Abschalten kann ich aber auch beim Musik hören und Gitarre spielen. Oder bei einem guten Essen mit Freunden und einem Glas Rotwein … gut, können auch mal zwei sein. Die Ideen kommen dann von ganz alleine – ganz wichtig, ein Notizblock, digital oder analog, ist immer dabei.

Sandra: Dein prägendstes sportliches Ereignis bislang? 

Ralf: Einer der beeindruckendsten Momente als Sportfan, war sicherlich der, im Stadion dabei zu sein, als Usain Bolt bei der WM in London 2017 seine letzten einhundert Wettkampf-Meter läuft und ihn im Anschluss an dieses Rennen dann in der Mixed-Zone zu erleben. Die Stimmung im Stadion und auch dort unten in den Katakomben, das erlebt man nicht so häufig als Sportjournalist.  

Unabhängig davon ist für mich der 1.FC Köln eine einzige emotionale Achterbahnfahrt. Ich bin seit frühester Kindheit Anhänger und liebe diesen Klub. Was ich da schon mitgefiebert und gelitten habe, oh je. Man kann sich seinen Klub nicht aussuchen, man wird dort quasi hineingeboren.

Noch nervenaufreibender sind allerdings die Fußballspiele meines Sohnes …das macht mich fertig. Ich bin froh, dass meine Tochter tanzt und reitet. Das sind entspannte Momente, mit leuchtenden Kinderaugen … 

Und als Sportler, hm, ganz sicher mein erster Marathon. Dieser hat mich auf der Zielgeraden dermaßen emotional abgeholt. Das hätte ich nicht so erwartet. Gott sei Dank hat es geregnet, somit blieben meine Tränen unbemerkt.  

Sandra: Sportliche Ziele? 

Ralf: Ich möchte laufen und das auch gerne noch sehr lange, ob es einmal ein Ultra wird? Ich arbeite dran, auch im Kopf … 

Zudem möchte ich wieder mehr Abwechslung in mein Sportler-Dasein bringen, z. B. regelmäßiger Skifahren gehen. Kicken werde ich wohl eher nicht mehr, das Verletzungsrisiko ist mir einfach zu hoch, aber es gibt ja noch so viel mehr. Zuletzt habe ich das Mountainbiken für mich entdeckt. Noch nicht die ganz krassen Abfahrten, aber ich kann mich hier bei mir im Bergischen Land ganz gut austoben …