Jan-Patrick Krüger, General Manager des Hotel Berlin, Berlin  hat das geschafft, was nur ganz wenige Läufer von sich behaupten können: Mit dem Zieleinlauf beim Tokio-Marathon 2017 hat der „schnellste GM Deutschlands“ die „World Marathon Majors Serie“ erfolgreich absolviert. Und Patrick liebt den Laufsport. Als ich ihn 2017 im Rahmen meines Aufenthaltes während des Berlin Marathon als Gast in seinem Hotel kennenlerne, beschreibt er mir mit leuchtenden Augen von seinen Erlebnissen als Sportler. Wir verquatschen uns ein wenig und haben seitdem auch im Rahmen meiner Tätigkeit für das Laufmagazin aktivLaufen immer wieder miteinander zu tun. Für uns Hasumsis hat er sich sofort bereit erklärt einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren, einen Blick in sein Leben als Hotelier zu werfen. Da wir neben dem Sport auch das  Reisen als zentrales Thema des Blogs ausgerufen haben, freuen wir uns nun, euch, werte Leser, mit einem sehr aktiven Macher und Gastgeber bekanntmachen zu dürfen. Und wer genau hinschaut: Am Ende dieses Blogs halten wir für euch erneut eine Überraschung parat.

Patrick, du bist begeisterter Läufer und auch deinen Beruf als Hotelier betreibst mir Leidenschaft. Wie würdest du deinen Weg zu deinen beiden Passionen beschreiben?

Beides ist durch meine Eltern unterstützt worden. Das Laufen wurde durch meinen Vater geprägt, der mich schon in jungen Jahren mit auf seine Läufe mitgenommen hat, immer dann, wenn er trainiert beispielsweise. Das waren damals klassische Waldläufe in der Nähe von Köln. Meine Mutter hat die andere Seite unterstützt. Sie hat immer gesagt: „Der Junge ist so offen, geht freundlich auf andere Menschen zu, der muss in die Hotellerie.“ Beides war also ein wenig getrieben durch die Eltern (lacht).

Aber wie ist es dann letztlich zu deinem Job geworden. Bist du viel gereist und hast schließlich festgestellt, dass du gerne im Bereich Tourismus arbeiten möchtest?

Es ist tatsächlich so, dass meine Eltern seinerzeit sehr viel mit uns Kindern gereist sind. Wir waren auch in den verschiedensten Hotels, wobei das nicht nur luxuriöse Aufenthalte waren. Aber zur Hotellerie bin ich durch ein ganz profanes Praktikum gelangt. Ich habe da Blut geleckt und ich würde das als meinen Einstieg beschreiben. Im Anschluß daran habe ich bei meinen Reisen die Branche aus einem anderen Blickwinkel angesehen, versucht die Dinge aus der Sicht des Gastes zu sehen.

Das hört sich nach einem sehr reisefreudigen Leben an. Hast du in den Jahren für dich Lieblingsreiseziele entdeckt, vielleicht Orte, wo du immer wieder gerne hingehst?

Ich habe eine bekennende Leidenschaft für nordeuropäische Länder: Dänemark, Schweden, Norwegen, alles unglaublich tolle Länder. Ich reise aber auch für mein Leben gerne in die USA und dies aus den unterschiedlichsten Gründe. Zum einen, weil die Landschaft sehr beeindruckend ist, aber auch der Sport im Allgemeinen, auch das Laufen, haben dort einen ganz anderen Stellenwert. Das finde ich ganz angenehm.

Jan Patrick nach seinem Boston-Marathon-Finish.

Das heißt, wenn du unterwegs bist, verbindest du das Laufen auch immer mit den jeweiligen Aufenthaltsorten?

Wenn ich meine Reisen für den Beruf plane, dann versuche ich meine Hotelaufenthalte so zu wählen, dass es immer eine Kombination aus einer beruflichen Inspiration, die ich ständig suche und einer optimalen Laufstrecke ist. Das ist das schöne, Ralf, eigentlich kannst du auf der ganzen Welt, bis auf wenige Ausnahmen laufen gehen. Wenn das gut geplant wird, lässt sich gut verbinden.

Das kann ich auch so unterschreiben. Für mich ist das eine tolle Art geworden, um unbekannte Städte über einen längeren Lauf kennenzulernen und einen guten Überblick über die Orte zu bekommen. Einfach mal loslaufen. Auch das verlaufen gehört dazu (lacht) – kannst du das auch für dich so bestätigen?

Das ist eine unglaublich bereichernde Erfahrung. Ich finde es beispielsweise toll, wenn du in einer fremden Stadt bist und diese noch gar nicht richtig wach ist. Wenn sich die Straßen nach und nach beleben, das alles kann aufgesaugt werden. Für den Kopf finde ich es wichtig, dass ein Verlaufen zugelassen werden kann, in solchen Situationen, keine Trainingsbestzeit in dem Fall die treibende Kraft sein sollte. Wenn man das für sich festlegen kann, ist es bereichernd.

Nun bist du ein sehr ambitionierter Hobbyläufer, bekommst du das für dich so hin?

Okay, beschreiben wir es so (lacht) . Für mein Alter, ich bin jetzt 46, fühle ich mich gut. Ich möchte zielgerichtet trainieren, aber es soll ja auch Spaß machen.

Vor längerer Zeit hast du mir erzählt dass du eine neue Leidenschaft Richtung Ultralaufen entwickelt hast. Hat das auch eventuelle etwas damit zu tun, dass Zielzeiten etwas unwichtiger werden und das Erlebnis Laufen mehr in den Vordergrund rückt?

Finde ich zunächst einmal gut, dass du dich an diese Gesprächsinhalte noch erinnern kannst. Es ist so, dass ich bislang immer einen Ultralauf im Sommer absolviert habe, 75 Kilometer um die Müritz. Das habe ich dreimal gemacht. Dabei habe ich meine Liebe zu den langen Läufen entdeckt. Das müssen bei mir nicht unbedingt Trails sein, sondern, es geht um die Ultradistanz. Seit diesem Jahr habe ich mein Training darauf abgestimmt und mir Ziele gesetzt. Eines der ersten Ziele sind die 100 Kilometer von Biel (das Gespräch wurde vor dem Lauf geführt, Jan Patrick hat den Lauf in 9:48 h gefinisht!, die Red.)

Laufen verbindest du aber ja auch mit deinem Beruf, dem Hotel Berlin, Berlin, welches du in der Hauptstadt leitest. Du giltst als der laufende Hoteldirektor, Gäste haben die Chance mit dir die Stadt sportlich zu erkunden. Wie muss sich ein interessierter Leser, dies nun vorstellen?

Mit einer Zeit von 2:46:04 h komplettiert Jan Patrick Krüger 2017 die “Big 6” in Tokio. Damit hat er alle Major Marathons “belaufen”.

Das ist so, ja. Gäste unseres Hauses haben die Möglichkeit mit mir morgens um sieben Uhr eine Stunde durch Berlin zu laufen. Das passiert in der Regel zwei bis dreimal im Monat. Die Idee haben wir vor etwa vier Jahren entwickelt. Der Hintergrund ist der, dass wir des öfteren Veranstaltungsgäste bei uns haben. Die Leute sind vier Tage bei uns und sehen selten nichts anderes außer das Hotel. Das wollten wir ändern. Die Gäste haben das dankend angenommen. Morgens eine Stunde an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei, da kann man sich Berlin einfach wunderbar erlaufen. Die Zeiten, wo man die Gäste abends zu einem Cocktail an die Bar einlädt sind vorbei, die Menschen haben einfach zu viele individuelle Interessen. Aber morgens mit Gästen zu schwitzen, gemeinschaftlich Sport zu treiben, verbindet die Menschen untereinander.Wir erkennen mittlerweile eine Tendenz, dass Gäste bewusst in dieses Hotel wiederkehren, weil sie an diesem Lauf teilnehmen können. Das empfinde ich als ein tolles Kompliment und wir werden diese Sache auf jeden Fall fortsetzen.

Eine gute Idee, finde ich, zumal Berlin laufend in der Früh wirklich inspirierend ist. Nun sind wir am Ende dieses Interviews angelangt. Zwei abschließende Fragen hätte ich noch. Hast du für unsere Leser noch einen ultimativen Reisetipp?

In der Verbindung mit Sport und meiner Affinität zu den USA, empfinde ich Boston eine Reise wert. Eine grandiose Stadt mit einem tollen Flair, einem sehr guten Kulturangebot. Der Bostoner an sich ist tendenziell auch eher gebildet, das finde ich ganz angenehm. Wenn dies dann noch mit dem Boston Marathon im April kombiniert werden kann, das gefällt mit natürlich besonders gut.

Und zu guter Letzt noch eine Getränkefrage: Kaffee oder Tee?

Kaffee!

Eine spezielle Sorte?

Ich achte tendenziell darauf, dass es etwas mildere Bohnen sind. Ich bin jedoch kein Barista, kaufe jedoch gerne gute Kaffeebohnen und würde mich als Kaffeegenießer bezeichnen.

Danke dir, lieber Patrick!


Gewinnspiel: “Ich hab noch einen Koffer in Berlin”

Liebe Hasumsi-Freunde. Jan-Patrick hat für euch ein besonderes Paket geschnürt. Berlin wurde einst von Marlene Dietrich  besungen, ihr habt nun die Möglichkeit euch ein wundervolles Wochenende zu zweit im Hotel Berlin, Berlin zu machen. Das Hotel liegt sehr zentral, unterhalb des Tiergartens. Ich selbst war auch schon vor Ort, und kann das Haus nur empfehlen. Und wenn ihr Glück habt, geht Jan-Patrick mit euch laufen.

Wir verlosen also 2 x 2 Übernachtungen für jeweils zwei Personen (DZ),  mit Frühstück im Hotel Berlin, Berlin. Die Gewinne richten sich nach der Verfügbarkeit der Zimmer im Hotel.

Alles was ihr tun müsst, um an der Verlosung teilzunehmen, ist einen Kommentar unter diesem Beitrag zu hinterlassen. Beschreibt darin bitte, warum gerade ihr, sportlich gesehen diese Übernachtungen gewinnen möchtet. Das Gewinnspiel läuft einschließlich 28.08.18.

Die zwei Gewinnerpaare werden von uns benachrichtigt! Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Viel Erfolg und weiterhin einen schönen Sommer.

 

Fotos: Jan-Patrick Krüger, Hotel Berlin, Berlin


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