Es ist einer dieser Momente im Leben, in dem das Glück einen förmlich durchströmt. Ihr kennt das Gefühl? Es kann sehr unterschiedlich ausgelöst werden. Beispielsweise durch den Anblick eines Berges und seiner beeindruckenden Einbettung in die ihn umgebende Landschaft. Gemeint ist in diesem Fall der Mont Blanc.

Nein, dieser kleine Reisebericht handelt nicht von der Geschichte des ebenfalls berühmten Füllfederhalter-Herstellers. So selbstverständlich ich damit den mächtigen, über Chamonix thronenden Berg in den französischen Alpen meine, so eindeutig scheint dies nicht für jedermann zu sein. Auf die Frage einer Bekannten, wo ich denn die letzten Tage hingereist bin, antworte ich wie selbstverständlich:“ Nach Frankreich, zum Mont Blanc!“

Überrascht schaut mich die Gute an: “Sag mal, ist das nicht dieser berühmte Kullihersteller?“ Meine Reaktion – ein ungläubiges Staunen, gefolgt von einem breiten Grinsen. Gut, jetzt mag der ein oder andere denken: „Oh je!“ Dem möchte ich entgegenhalten, es gibt einfach solche Aufdemschlauchsteh-Momente im Leben.

Der Mt. Blanc ist allgegenwärtig

Absolute Reiselust

Füllfederhalter hin oder her, ich bin mal wieder unterwegs gewesen. Ich liebe das Reisen, mit all seinen Unwägbarkeiten und neuen Erfahrungen, die man zwangsläufig und in meinem Fall auch gerne macht. Dazu gehören zahlreiche interessante Begegnungen mit Menschen aus allen Teilen dieses Planeten, neue Gerüche und Düfte, leckeres Essen und eben beeindruckende Landschaften und Städte. Ich komme durch meinen Beruf als Sportjournalist ganz gut rum. Aber auch privat, mit Familie und Lebensgefährtin, haben sich so in den letzten Jahren einige Reisekilometer angesammelt. „Reisen bildet“, sagte schon meine von mir sehr geschätzte Patentante. Und die muss es wissen. Schließlich reiste sie noch bis kurz vor ihrem Tod mit knapp 90 Jahren durch die Weltgeschichte.

Goldene Eiskugeln

Entspannen an einem der zahlreichen Bergseen

Für mich ging es am letzten Juniwochenende Richtung Chamonix. Dort stand der legendäre Marathon du Mont Blanc auf dem Plan. Alle Läufer unter euch Lesern wissen, dieses Rennen ist eines der legendärsten überhaupt. Es ist ein Marathon der Superlative. Sowohl vom Starterfeld, als auch vom Streckenprofil. Hier sind die besten der besten Trailläufer am Start und messen sich in beeindruckender landschaftlicher Kulisse. Doch zunächst muss man ja hinkommen. Und die Anreise von Köln über München, Genf, schließlich mit dem Shuttlebus nach Chamonix, gestaltet sich etwas mühevoll, zumal es auch mit einem Direktflug eleganter möglich gewesen wäre. „Wat willste maache“, wie man so schön im Rheinland zu sagen pflegt.

(Eine kleine Randbemerkung sei an dieser Stelle gestattet: „Liebe Schweizer, liebe Genfer, für eine Kugel Eis umgerechnet vier Euro zu verlangen, ist geradezu eine Frechheit!“ Aus Trotz hab ich mir gleich zwei bestellt! Denen hab ich’s gezeigt, haha!)

Magie der Berge

Start des Marathon du Mont Blanc

Angekommen in Chamonix wurde ich direktemente für jegliche „Strapazen“ entschädigt. Was eine schöne Stadt. Nicht vergleichbar mit vielen die Alpen verschandelnden französischen Skiorte im Hochhausstil. Nein, das alte, klassisch-mondäne ist in Chamonix erhalten geblieben. Und so leben hier knapp 9.000 Menschen hauptsächlich vom Tourismus. Und dann dieser Berg. Der Mont Blanc und sein Gletscher sind allgegenwärtig. Egal, wo man sich innerhalb der Stadt bewegt, oder sich auf den umliegenden Berghängen zum sporteln bewegt, der weiße Berg ist immer im Blickfeld. Für mich standen an meinem ersten Tag vor Ort joptechnisch einige Interviews auf dem Programm. Schließlich ist es ja auch Job, aber es lässt sich in wundervoller Umgebung auch angenehm arbeiten.

Der zweite Tag meines Kurztrips führte mich und ein paar meiner Kollegen aus Südafrika, Kanada und den USA auf eine sportliche Rundtour durch die wundervolle Welt rund um das Skigebiet Brévent/Flégère. Mit der Gondel rauf auf 1.877 Meter. Oben angekommen ging es für Teile der Gruppe zum Trailrunning, andere, dazu zählte ich, entschieden sich für eine Hikingtour. Für die nächsten sechs Stunden liefen wir auf traumwandlerischen Pfaden vorbei an Wasserfällen, blühenden Hängen, klaren Bergseen, eingefrorenen Bergseen und über schneebedeckte Hangpassagen. Immer im Blick, der höchste Berg der Alpen und sein massiver, felsiger Partner der Aiguille du Midi. Um es kurz zu machen, es war ein Trip, der noch lange in Erinnerung bleiben wird. Die leuchtenden Augen der Kollegen beim abendlichen Raclette sprachen die gleiche Sprache.

Der spätere Sieger des Mt. Blanc Marathon: Kilian Jornet

Was mir am nächsten Tag so alles passierte und wie ich den Marathon hautnah mitverfolgen konnte, das lest ihr an gleicher Stelle zu einem späteren Zeitpunkt, oder einer der kommenden Ausgaben der aktivLaufen, in der eine Reportage über dieses Event erscheinen wird.

Euer Ralf

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Hasumsi-Tipps:

  • Aiguille du Midi- Der Schritt ins Leere. Ein gläserner Skywalk in 3.842 Meter Höhe, unter einem 1.000 Meter Tiefe!
  • Hiketour ab „La Flégère“: mit der Gondel geht’s hoch, danach lassen sich traumhafte Rundkurse erkunden. Von leicht bis schwer, sämtliche Schwierigkeitsgrade sind vertreten. Das Panorama mit dem Mont Blanc ist atemraubend auf dieser Seite des Tales.
  • Auch im Sommer gutes Schuhwerk beachten, Stöcke helfen bei Schneepassagen!
  • Kulinarik: Unbedingt ein Raclette im Restaurant La Calèche auf den Essensplan schreiben. Es wird ein Wagenrad großes Stück Käse an den Tisch gebracht, dieser wird mit einem Heizgerät zum schmelzen gebracht, eine gute Inszenierung, aktives abstreichen des Käses ist Teil des Deals, dazu Kartoffeln und Salat, plus eine gemischte Platte mit Beilagen, herrlich!
  • Für alle Musikfans: es gibt einen wunderbaren Jazzclub plus Cocktailbar: das Maison des Artistes. 

Hasumsi-Sterne für Chamonix: 4,5/5

Begründung: die volle Punktzahl hätte Chamonix bei einer Meerlage erreicht.

Da dies nicht möglich ist …

Reiseinfos:

Ort: Chamonix Mont Blanc

Einwohnerzahl: 8.900

Land: Frankreich

Sportliche Möglichkeiten: Trailrunning, Wandern, Hiken, Mountainbiken, Skifahren, Gleitschirmfliegen, Klettern, Bergsteigen, Golf, Wildwassersport

Währung: Euro (Anreise über Genf: CHF)

Anreise:

Direktflüge gibt es von vielen Flughäfen in Deutschland.

Durchschnittlicher Flugpreis (Hin- und Rückflug): 190 Euro

Flugdauer: 1 h 40 Minuten

Übernachtung:

Durchschnittlicher Hotelpreis:

3-Sterne: 134 Euro

5-Sterne: 245 Euro

Airbnb: gute Auswahl

 

Fotos: Jordi Saragossa, Ralf Kerkeling