Reisen und unterwegs zu sein ist einfach wundervoll. Raus aus dem Alltag, rein in eine neue Welt. Wie heißt es so schön? Die Seele baumeln lassen. Dabei reicht oft auch schon ein Kurztrip am Wochenende, beispielsweise ein Ausflug in eine fremde Stadt oder eine Wanderung, um für einen kurzen Moment abzuschalten, sich zu erholen.

Ich reise für mein Leben gern. Dabei muss es gar nicht die große Weltreise sein. Diese werde ich als einzelne Punkte auf meiner Bucketliste nach und nach hoffentlich abhaken können. Reisen bedeutet dabei nicht unbedingt weit wegzufahren. Für mich darf es gerne auch der Kurztrip über ein verlängertes Wochenende sein. In den letztem drei Jahren bin ich ganz ehrlich Fan dieser kurzen Lichtpunkte an Wochenenden geworden.

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Langer Urlaub vs. Kurztrip

Früher verreiste ich meist einmal im Jahr, maximal zweimal. Das hatte verschiedene Gründe. Zum einen stand mir während des Studiums weniger Geld zur Verfügung, aber auch später war der Fokus eher auf einer großen Reise im Sommer. In manchen Jahren war sogar eine Skireise in den Wintermonaten möglich. Mein Reiseverhalten hat sich unterdessen bei mir verändert. Kurze Reisen über ein verlängertes Wochenende sind mein persönlicher Luxus geworden, absolut wertvoll, lebensbereichernd. Es ist fast schon eine Obsession, als Krankheitsbild würde „Reisesucht“ diagnostiziert. Im letzten Jahr habe ich mich beispielsweise dabei ertappt, wie ich mich, gerade in Catania auf Sizilien angekommen, gedanklich schon wieder mit dem nächsten Kurztrip-Ziel beschäftigte. So viele tolle Ziele in Europa gilt es zu bereisen, egal ob Stadt, Berge oder Strand – Kurzreisen mit Fernreisefeeling. Bei mir führt dies zu einem stetig rotierenden, sich positiv drehenden Gedankenkarussell.

Das Gute liegt so nah

Und was gefällt mir so sehr an einem Kurztrip? Von Köln aus gesehen liegt dieses Urlaubsfeeling quasi vor der Haustür. In einer bis anderthalb Stunden sind die Niederlande, Belgien, Frankreich oder Luxemburg zu erreichen. Mit dem Flugzeug bin ich in zweieinhalb Stunden auf Sizilien, in anderthalb Stunden irgendwo in England oder Skandinavien. Am Ort der Wahl angekommen, löst die andere Sprache bei mir ein sofortiges Urlaubsgefühl aus. In ein Café setzen, Menschen beobachten, sich einfach mal treiben lassen, abschalten, die Seele baumeln lassen. Durch diese Art des Reisens lassen sich mehrere Reisziele pro Jahr ansteuern, ersetzen in manchen Jahren gar einen längeren Urlaub. Das Schöne daran, ein Urlaubsgefühl lässt sich so viel regelmäßiger erleben. Herrlich, und über das Jahr gesehen, eventuell sogar entspannender, als einmal im Jahr ein großer Urlaub.

Meine letzten Lieblingsziele? Kopenhagen, als Stadt ein absoluter Endschleuniger. Wundervolle Menschen, tolle Atmosphäre, viel zu entdecken. Wer hier nicht entspannen kann, wird es nirgendwo auf diesem Planeten schaffen. Südtirol. Schwieriger zu erreichen, aber jede Reiseminute wert. Und Sizilien. In diese Insel habe ich mich verliebt. Eine abwechslungsreiche, faszinierende Landschaft, dazu die italienische Lebenskultur, die sich beim Essen mit arabischer Kulinarik und hervorragendem Wein verbindet. Wer die Welt verstehen will, muss sie bereisen. Ich könnte gleich wieder los.

Gibt es einen Wermutstropfen. Leider ja, dem kann ich mich nicht entziehen. Das schlechte Gewissen fliegt mit. Warum? Stichwort: Ökologischer Fußabdruck. Alle Gedanken, sich das schönzureden, sind gelinde gesagt Blödsinn. Vermehrt das Auto stehen lassen? Veganer werden? Bringt im Vergleich nix. Also muss ich schauen, dass ich es nicht übertreibe, nicht unnötig durch die Weltgeschichte fliege. Mein Weg: Ich verbinde meinen Job als Sportjournalist häufig mit einem verlängerten Aufenthalt in dem jeweiligen Land. Das ist sicherlich ein Luxus der nicht jedem gegönnt ist, ich weiß und es soll auch in keinster Weise überheblich klingen. Mir ist auch klar, dass andere Menschen ganz anders reisen würden. Bei mir geht es um das Rauskommen an sich, mit all seinen unterschiedlichsten Facetten, andere Menschen und Kulturen kennenzulernen und zu erleben. Genauso wohl fühle ich mich auch auf einem Wanderweg im heimischen Bergischen Land, oder auf meinem Gravel-Bike im mir nahen Siebengebirge.

Kleine Tipps für Kurzreisen am Wochenende:

  • Suche dir Ziele mit maximal bis zu drei Stunden Reisezeit, egal ob mit dem Auto oder per Flugzeug.

  • Buche deine Reisen etwa ein halbes Jahr vor dem Antritt, das spart Geld.

  • Bei Flugreisen nimm kleines Gepäck mit. Das ist günstiger und spart zudem Zeit beim Ein- und Aussteigen aus dem Flieger.

  • Probiere es doch mal mit einem Mini-Abenteuer vor deiner Haustür. Ein kleiner Rucksack, bequemes Schuhwerk an und los.

  • Auch wenn es teurer geworden ist, es lohnt noch immer bei airbnb vorbeizuschauen. Die Chance so dem Flair einer Stadt zu begegnen ist unbezahlbar gut.

  • Bei Städtetrips: nimm dir nicht zu viele Sehenswürdigkeiten an einem Wochenende vor.

  • Verbinde Sporttreiben mit dem Erkunden der neuen Umgebung. Laufen bietet sich hier besonders gut an. Zwei Fliegen mit einer Klappe sind so geschlagen …

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