Hier bin ich wieder. Neue Woche, neues Glück? Ich weiß nicht so recht.

Gerade sitzen Sebastian und ich auf gepackten Koffern, warten auf unsere Mitfahrgelegenheit zum Flughafen.

Next Stop: Der Wings for Life World Run in Georgien. Ja, jetzt fragt ihr Euch sicher: Whhhaaaattt? Warum Georgien, wenn es diesen Lauf doch ebenso in Brasilien, Australien oder Taiwan gibt.

Die Antwort ist simpel. Erstens mag Sebastian, der deutsche Vorjahresgewinner, nicht länger als vier Stunden zu einem Wettkampf fliegen (diese Zeiten seien vorbei), zweitens ist Georgien tatsächlich so ziemlich das einzige Land, in dem wir beide noch nicht waren und drittens konnten wir uns beruflich gerade nicht viel länger, als die anstehenden fünf Tage „herausnehmen“.

Gut, also nicht gut – ich schweife schon wieder ab – sorry!

Also Georgien. Deswegen auch der „Doppelschlag“ letztes Wochenende – genau zwei Wochen, bevor uns das Catcher Car jagt.

Aber genug gelabert, hier zu den letzten Vorbereitungen meinerseits:

Montag, 23.April 2018Der Tag nach dem Halbmarathon und der Tag nach dem Tag nach dem Andechs-Trail

Erstaunlicher Weise habe ich Lust auf Bewegung! Aber nicht aufs Laufen. Also ab ins Fitnessstudio und aufs Rudergerät. Ich liebe es zu rudern, wirklich. Diesen Winter habe ich viel Alternativsport betrieben und bin dabei quasi auf dem Rudergerät hängengeblieben.

Beim Rudern werden alle Muskelgruppen angesprochen, somit ist es ein Ganzkörperworkout. Netter Nebeneffekt: Beim Rudern verbrennt man unglaublich viel Kalorien 😉

Resumee: 30 Minuten Rudern, zurückgelegte Distanz: 6,4 Kilometer

Im Anschluss mache ich noch 10 Minuten Rumpfstabi. (Russian Twists, Plankvariationen sowie ein paar Crunches)

Dienstag, 24. April 2018 – EMS Day

Jap, als wären die 10 Minuten Stabitraining von gestern nicht schon spürbar genug, so streife ich mir in der Mittagspause doch wieder den schwarzen Taucheranzug mit Elektroden an und lasse die Muskulatur unter Anspannung durchgrillen.

Fiese Trainings-Add-Ons der Instruktorin: Slide Pads und Balance Board. Instabilität olé!

30 Minuten Tiefenmuskulaturtraining mit Fokus auf Bauch, Rücken und Oberschenkel – „Ich habe fertig“…und bin fertig! So wird während des Ballettunterrichts von MiniMe wieder nicht gelaufen, sondern das Nachspeisenbuffett vom YAMAOKA BRODMEIER PressDay leergefuttert (manchmal bin ich wirklich peinlich…) und nebenbei die neue Puma Kollektion beäugt… (gilt das als Passivsport?)

Mittwoch, 25. April 2018 – Hasumsi Power Tag

Wieder Alternativsport… oder sagen wir „Denksport“. Team Hasumsi trifft aufeinander und muss jeder Menge Termine wahrnehmen. Konzentration, Business-Talks 😎 und am Ende des Tages wirklich ein Grund, um anzustoßen.

Das geplante Fahrtspiel am Abend wird leichtsinnig auf Donnerstagmorgen verschoben…

Donnerstag, 26. April 2018 – Was habe ich mir nur dabei gedacht…

Der Wecker klingelt um 5. Mein Kopf ist schwer. Ich bleibe liegen.

Der Wecker klingelt um 5:25 – mein Kopf ist noch schwerer – ich bleibe liegen.

5:45 – Sebastian macht das Licht an, zieht die Decke weg und bewirft mich mit meinen Laufsachen. Das muss Liebe sein … haha *Ironie!!!!

6:00 Wir laufen los. Ich verfluche ihn.

„Und jetzt schnell“ … hätte ich noch Luft, würde ich ihn beschimpfen, aber da rennt er schon, locker flockig. Ich versuche dran zu bleiben. Er zieht das Tempo noch einen ticken an und ich frage mich, ob ich wirklich so stinke?!

6:40 sind wir endlich zurück. Das war kein Lauf, es war eine Qual.

Fotos gibt es natürlich keine. An dieser Stelle ist es Euch frei, ein verkatertes, stinkendes Walross im Westpark, das schnauft wie ein überzüchteter Mops, vorzustellen.

7:40 sitzen Marina und ich dann endlich im Zug nach Straßburg – 3 Tage Mädelstrip stehen an. Kein Sport, keine Lauflektüre. Nur Tochter-Mama-Zeit, leckeres Essen und viel Sightseeing.

Donnerstag – Sonntag

Straßbourg. Hierzu folgt ein gesonderter Beitrag 

Nur soviel vornweg: ein wunderbarer Trip in eine wunderbare Stadt mit dem tollsten, kleinen Mädel der Welt

Sonntag, 29. April 2018 – Was Neues bringt der Mai!

Nach der Rückreise geht es für meine vielbeschäftigte Tochter direkt zu einer Gillparty. Zeit für mich nach drei eindrucksvollen und nicht ganz unanstrengenden Tagen (jammern auf hohem Niveau). Während ich faul von der Couch aus die letzten Kilometer des Hamburg Marathons verfolge, funkt mich mein Kumpel Erni an (ja, der mit den lustigen Sprüchen vom 50 Kilometerlauf) Nach einer Weile hin- und her beschließen wir spontan zum See zu fahren. Er hat sich ein Paddel-Board gekauft und will paddeln. Ich nehme den Laptop mit und will arbeiten.

Letztendlich sieht es aber so aus: Ich paddele voller Freude, während er faulenzt und später, als er paddelt, gehe ich laufen.

Am Ende des Tages ist da mehr Life als Work in der Work-Life-Balance, aber hey, muss auch mal sein.

Montag, 30. April 2018 – Killing Me Softly

LunchRun mit Pietro! Irgendwie bin ich schon beim Lauf zum Treffpunkt matschig und begrüße ihn entsprechend mit: Vorsicht, heute bin ich nicht fit. Er lacht: “Das sagst Du immer. Fit bist Du trotzdem.”

Ich: “Nice try, Charmeur!”

Das mit dem Charm versucht er auf den folgenden 14 Kilometern dann nicht mehr. Zuviel sterben mit Anlauf. Während Pietro fröhlich redet und gelegentlich prüfend auf die Uhr schaut, frage ich mich, wie schwer Beine eigentlich sein können. Meine scheinen nämlich gerade Tonnen zu wiegen. Als wir uns verabschieden versucht mich Pietro aufzubauen, aber ich tue mich schwer aufmunternde Worte anzunehmen.

Natürlich kann es rational betrachtet nicht immer alles gut laufen. Ja, und auch die Doppelbelastung vom letzten Wochenende sowie drei Tage Füße plattlatschen in Straßburg plus 5h pralle Sonne beim Paddeln sind keine Idealvoraussetzungen für einen guten Tempolauf. Trotzdem hätte ich es mir anders gewünscht. Und es mir auch ehrlich gesagt anders erhofft. Außerdem bin ich nicht rational, das verbietet mein Wesen.

Ich bin eine wahre Emotionsbombe. Deswegen stelle ich alles und jeden in Frage. Auch meinen Start beim Wings For Life Run kommenden Sonntag in Georgien.

Das Motto ist „Run for those who can’t“ – und das finde ich unglaublich toll. Denn genau das ist der Grund, warum ich JEDEN Lauf beende. Aus Respekt vor der Distanz und dem Wertschätzen der Möglichkeit das tun zu können, was ich liebe. Aber nun geht es nicht um mich und mein Mimimimiiii am Sonntag, sondern um alle anderen und um Sebastian. Ich bin nur das Anhängsel, das mitdarf, weil es ihm letztes Jahr die Pistole auf die Brust setzte und sagte: entweder Du gewinnst und wir laufen nächstes Jahr in ‘ner coolen Location, oder Du bezahlst den nächsten Urlaub.

Nun ist es soweit. Er hat letztes Jahr gewonnen und wir sind inzwischen am Flughafen, auf dem Weg zu der coolen Location. Meine Rolle auf dieser Reise habe ich für mich noch nicht ganz einordnen können. In erster Linie sehe ich mich als Unterstützung für Sebastian, selbst laufen klingt einfach befremdlich! Also noch viele Fragezeichen; aber eines weiß ich: Ich werde Euch teilhaben lassen. Hier auf Hasumsi! Ich werde Euch von Sebastian berichten, von seinen letzten Vorbereitungen vor Ort, von den Bedingungen in Georgien und von seinem Lauf selbst.

(Hier geht’s zu unserem Instagram Kanal und damit zu den Live-Stories :))

Ob ich laufe, weiß ich noch nicht, nur wenn ich mich gut fühle. Und mental bereit für die rollende Ziellinie. Wenn nicht, dann feure ich an, lauter als ich es je getan habe. Und ich werde mich vor jedem Rollstuhlfahrer verneigen!

Ob laufen oder nicht, ich freue mich auf das fremde Land, dessen Leute und auf die einzigartige Wings For Life Atmosphäre.

Die nächste Meldung erfolgt aus Georgien, gehabt Euch wohl

LG Eure Sandra (im Mimimimiiiii Modus (sorry!))

Fotos: privat