Und: Bin ich „deppert“?! – Zweifelsohne JA – sowohl im Training als auch privat! Aber ich finde das nicht so schlimm. Denn wie heißt es so schön: den Verrückten gehört die Welt!

Auch wenn ich Euch nicht mit diesem Eintrag, wie letzte Woche versprochen, berichten werde, wo ich morgen starte, so kann ich zumindest die „großen Drei“ dieses Wochenende ausschließen. Ich laufe also weder in Paris, noch in Berlin oder Hannover. Ein Wettkampf über (Halb-)Marathondistanz kann ausgeschlossen werden 😉

Aber back to Business, schließlich ist das hier keine Rätselaufgabe, sondern ein ganz persönliches Trainingstagebuch. Und nachdem Sebastian die Mandelentzündung endlich auskuriert hatte und somit zurück unter den Lebenden war, gab es im Gegensatz zur letzten Woche auch wieder einen Plan, nach dem es sich (zumindest grob) zu richten galt.

Montag,02. April – Hormone ^^

Ach herrje, Tempodauerlauf – 12 Kilometer. Und mein liebstes „Zugpferd“, Pietro, im Urlaub.

Also jammere ich (natürlich!), wie ich das nur alleine schaffen soll und spekuliere auf ein „dann lauf halt locker“ vom Trainingschef 😉

Und wie so oft, ist durchs Jammern nichts besser, sondern eher schlimmer geworden. Sebastian offeriert seine Fahrradbegleit-Dienste. Mist.

Also Klappradl in den Kofferraum und ab an die Isar. Sebastian fordert meine GPS Gerätschaften (Handy und Uhr) und verkündet, die „Pace zu machen“. Grummelig hetze ich hinter ihm her, bis wir den Wendepunkt nach sechs Kilometern erreicht haben.

„Super, 6Km in einer konstanten 4:35 Pace“ sagt er zufrieden und tritt in die Pedale.

Ich bleibe stehen. „Es macht keinen Spaß mit Dir, ich habe keinen Bock mehr“, bricht es aus mir heraus, und zwar so überraschend, dass ich selbst nicht weiß, woher es kommt.

Sebastian setzt einen Fuß auf den Boden und schaut mich, zu Recht, vollkommen verwundert an.

Wie ein kleines Kind verschränke ich die Arme und sage: „Doch Du weißt wie emotional ich bin und mir muss eben selbst ein dämlicher Tempodauerlauf Spaß machen. Das macht er aber nicht, wenn Du nicht mit mir redest. Pietro redet auch immer mit mir … so ist es nämlich nicht ganz so anstrengend!“

Am liebsten hätte ich noch mit dem Fuß aufgestampft, aber irgendwie komme ich mir ohnehin schon sehr lächerlich vor. Sebastian grinst. Teils aus Belustigung, teils aus Verwirrung.
„Los komm“, versucht er im aufmunternden Ton zu sagen und setzt sich wieder in Bewegung. Missmutig folge ich ihm und freue mich, dass mich jeder Schritt näher zum Auto bringt.

„Den letzten Kilometer ziehen wir nochmal an – los; 4:00er Pace!“ tönt es von schräg vor mir. Vermutlich könnte alleine mein Blick seinen Fahrradreifen zum Platzen bringen … trotzdem versuche ich ihm zu folgen, schwer atmend, mit brennender Lunge.

Zurück am Auto lacht er. „Schau nicht so böse, das war gut … nur habe ich vergessen Deine Zickerei „rauszustoppen“ und das hat jetzt eben die Durchschnittspace versaut. Aber hey: Selbst schuld! Die Strafe folgt ja bekanntlich auf den Fuß.“ Dann nimmt er mich in den Arm und wir müssen lachen, beide.

Dienstag, 03. April – Elektronisches Maso Sado

Nachdem ich am Montagabend noch ein Personal-Training gehalten habe, bei dem ich etwa sieben lockere Kilometer zurücklegte, war ich am Dienstagmorgen entsprechend platt (und noch dauerhungriger als sonst).

Wie gut, dass der Plan RUHE für den heutigen Tag vorgesehen hatte. Aber ja, ein Plan ist eben Theorie und nicht Praxis …

So kam ich im Büro an und las eine E-Mail meines Chefs. „Sandra, Du müsstest heute bitte meinen EMS Termin nehmen. Ich kann nicht. 12:30 – Cardio. Viel Spaß.“

Ahhh ja, ok! Kurze Rücksprache mit Sebastian und Go!

Ab auf den Stepper, Reizstrom-Outfit an und los. 3 Minuten einlaufen, 40 Sek Vollgas, 40 Sekunden locker … und das ganze 15 Minuten lang.

An dieser Stelle teile ich nun eine wirklich erschreckende Tatsache:

Das Ganze war so anstrengend, dass ich nicht gemeckert habe! Ja, das gibt es – wirklich!

Mittwoch, 04. April – aktive Regeneration

„Wie jetzt heute schon wieder ein Personal-Training und Du musst mitmachen?!, fragt Sebastian mit entsetztem Blick am Frühstückstisch. Ich setzte den unschuldigen Hundeblick auf und zucke grinsend mit den Schultern.

„Und wann bitte willst Du Dich ausruhen? Wenn Sonntag nicht gut läuft, bin ich wieder Schuld, weil der Plan zu anstrengend ist …“, sagt er mit Nachdruck

Sonntag … ja, da war was. Alleine beim Gedanken daran werden meine Fingerspitzen kalt und schwitzig. Wuuuuuuuuuzzzzzzaaaaaa.

Meine Mittagspause verbringe ich trotzdem mit Eric an der Isar. Und die acht Kilometer in 6:20 Pace verbuche ich unter aktiver Regeneration 🙂

Donnerstag, 05. April – She Moves Mountains

„Ich muss heute wirklich locker machen, am Sonntag ist Wettkampf.“ Begrüße ich die EMS Trainerin im Fitnesskeller meines Arbeitgebers, der WWK Versicherung.

Sie nickt und dreht den Stromreiz höher. 30 Minuten Funktionelles Training mit maximalen Muskelkater zur Folge.

Am Abend besuche ich eine Veranstaltung von THE NORTH FACE in München. Einige Frauen, darunter Verena Bentele, erzählen „ihre Geschichte“ in einer Talk-Runde auf der Bühne und motivieren, inspirieren und ermutigen andere, „ihren eigenen Weg zu gehen“.

Nun, grundsätzlich bin ich jemand, der von jeher immer seinen eigenen Weg gegangen ist, wenn nötig mit dem Kopf durch die Wand. Daher bin ich vermutlich nicht so leicht durch „I DID IT“ Geschichten zu inspirieren, aber vor wem ich wirklich meinen imaginären Hut ziehen muss ist die Paralympin und Politikerin Verena Bentele. So eine tolle Frau, wirklich. Trotz Sehbehinderung lebensfroh, schlagfertig und unglaublich stark. Großartig!

Aber ich schweife ab, bitte entschuldigt. Was ich dennoch loswerden muss: Dieses „Sehen und gesehen werden“ geht mir so tierisch auf den Keks … Liebe Influencer, Eventeinladungen sind keine Messlatte für Fame und/oder perfekte Leben! Dazu folgt aber bald ein gesonderter Artikel! (stimmt’s Hasums?! ;))

Freitag, 06. April – Family und Friends

Heute Ruhe. Wirklich! Denn den ganzen Tag stecke ich beruflich „fest“ – und zwar in Anzughose und Bluse. Ohweh, jedes Mal wieder ein großer Schreck, wenn ich mich selbst im Spiegel entdecke.

Am Nachmittag schwinge ich mich dafür in umso bequemere Klamotten und treffe mich gemeinsam mit meiner Tochter mit unserer Freundin Lisa. Lisa hat zwei Puggles. (Das ist eine Kreuzung aus Beagle und Mops) und das sind nicht einfach nur irgendwelche Hunde, sondern Therapie Hunde. Aber auch hier muss ich Euch auf bald verweisen, denn Lisa wird sich schon bald Hasumsis unerbittlichen Fragen zu ihrem „Leuchtturmprojekt“ stellen 😀

Wie auch immer, 5 Kilometer an der Isar, gemütlich geschlendert – mit netter Unterhaltung, positives Vibes und viel Kinderlachen. Die beste Medizin gegen Wettkampfnervosität 😉

Samstag, 7. April – Gut, dass der Kopf angewachsen ist…

…sonst hätte ich ihn vermutlich irgendwo liegen lassen. Ich bin nämlich nervös. Seit heute Morgen packe und räume ich und „nerve“ (O-Ton) meine Tochter.

Habe ich auch an alles gedacht?! Sonnencreme, Cappy, Wechselsachen für danach, Verpfelgung, bequeme Schuhe, frische Socken.

Genug trinken und ordentlich essen. Vielleicht noch ein Vitamin b12 Fläschchen…

Choas.

Gleich holt mich mein Laufkumpel Erni ab, dann machen wir uns auf den Weg. Wie, was, wo erfahrt ihr morgen auf hasumsi

Folgt uns auf instagram und facebook. – Stay tuned, big things are coming 😉

…und viel zu lachen wird es auch geben – versprochen. 😛

So. Abschließend bleibt mir nur zu sagen, dass ich von Herzen allen Startern morgen viel Spaß und gute Beine wünsche – Let it roll 😀

Selbst wünsche ich mir einfach das Selbe und hoffe, dass es ebenso “rolled” 😉

Genießt das Sonnenwochenende:)

Eure Sandra

 

Fotos: privat